Die Jahreszeiten im Shiatsu – der Herbst

Der Herbst entspricht in der TCM der Wandlungsphase Metall. Die warme Jahreszeit endet und wir bereiten uns auf den Winter vor. Das Bewusstsein um die Vergänglichkeit nimmt zu. Wir assoziieren mit dieser Wandlungsphase das Aufrechterhalten und Loslassen von Struktur, den Austausch mit der Umwelt und eine Öffnung für neue Räume. 

Die entsprechenden Meridianfunktionen sind Lunge und Dickdarm. 

Auf der körperlichen Ebene finden wir einen Zusammenhang mit den Atmungsorganen, der Haut in ihrer Funktion als Atmungs,- und Entgiftungsorgan und als Begrenzung des Körpers, der Verdauung und den Nebenhöhlen. Auch Schulterprobleme könnten aus der Sicht der Meridianfunktionen mit Lunge/Dickdarm in Verbindung gebracht werden. Wir können durch geeignete Übungen mehr Raum in den Schulterbereich bringen. Die beiden Akupunkturpunkte Lu 9, der beim Daumen auf der Innenseite des Handgelenks in einer kleinen Vertiefung liegt, und Di 4 (Vorsicht in der Schwangerschaft), am Handrücken zwischen Daumen und Zeigefinger gelegen , bringen den jeweiligen Meridian in Bewegung und versorgen die einzelnen Bereiche mit Qi. 

Das Immunsystem wird ebenfalls von dem Funktionskreis Lunge/Dickdarm unterstützt. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, es von vornherein aufzubauen und zu stärken, um sich vor äußeren Einflüssen besser schützen zu können. In der Naturheilkunde finden wir zur Immunabwehr Pflanzen, wie der Kapuzinerkresse, dem Kren, der Zwiebel, dem Knoblauch oder dem Ingwer, denen der scharfe Geschmack, einer Eigenschaft der Wandlungsphase Metall, gemeinsam ist. 

Neben einer Shiatsu-Behandlung und passenden Qi Gong Übungen, können diese scharfen Gewürze, ausgiebige Spaziergänge und sogar nur einige wenige bewusste Atemzüge an der frischen Luft helfen, dieser Funktion in Euch auf die Sprünge zu helfen. 

Hara – mit Shiatsu zur eigenen Mitte

„Hara“ ist ein japanischer Begriff und meint unseren Bauchraum. Dieser Begriff beschreibt aber nicht nur den physischen Bauch, sondern vielmehr das Zentrum unseres Seins.

Im Hara liegt gemäß der fernöstlichen Tradition unsere vitale Mitte. Es wird auch „Meer des Qi“ genannt und es ist der Bereich aus dem wir Ruhe und Kraft schöpfen können.

Das Hara spiegelt unser energetisches Befinden wieder und zeigt wie unsere Beziehung zu uns selbst ist, wie wir uns in uns zuhause fühlen. Indem Maß, wie wir für uns sorgen, wie wir uns selber wichtig sind, stärken wir unsere Mitte und finden zu mehr Selbstverständnis. 

Im Shiatsu können über die Arbeit am Hara, tiefe Schichten unseres Seins erreicht werden. Wir können dabei unser Zentrum entdecken, es stärken und so zu mehr Ruhe und Wohlbefinden kommen. 

Die Jahreszeiten im Shiatsu – der Spätsommer

Die Erde liegt im Zentrum der 5 Wandlungsphasen und zeigt sich im Jahreskreis während der Übergangsphasen der 4 Jahreszeiten, also auch jetzt im Spätsommer, wenn das Wetter kühler und unbeständiger wird und schön langsam der Herbst Einzug hält.

Sie steht für unsere Körpermitte und vermittelt uns das Gefühl der Verankerung in der Welt, der Stabilität und der Zufriedenheit. Aus einem gut genährten Zentrum entstehen Vertrauen, Zuversicht und Lebenshunger. Fürsorge, Eigenverantwortung und Mitgefühl sind weitere Eigenschaften dieser Wandlungsphase. Die dazu gehörenden Meridianfunktionen sind Magen und Milz. Körperliche Entsprechungen sind Muskeln, Bindegewebe, Fruchtbarkeit und Verdauung. Auf der geistigen Ebene ist die Milz für die „Verdauung“ unserer Umwelteindrücke zuständig und kann bei einem energetischen Ungleichgewicht für Grübeleien und das sprichwörtliche „Rad im Kopf“ sorgen.

Mit passenden Körperübungen wie Qi Gong oder einer Shiatsu-Behandlung könnt Ihr ebenso wie mit regelmäßigen Mahlzeiten und Euren Ernährungsgewohnheiten im Allgemeinen diese Qualitäten stärken.

Besonders die Milz spielt nach der TCM in der Nahrungsaufnahme ein wichtige Rolle, und braucht für ihr Wohlbefinden eine sorgfältige Ernährung. Ein warmer Getreidebrei zum Frühstück oder eine warme Suppe helfen der Milz bei ihrer Aufgabe, Nahrung in Energie zu verwandeln. 

Weiters unterstützen bewusster Kontakt mit der Erde, ein harmonisches Zuhause und regelmäßige Rituale das Qi von Magen/Milz.

In der westlichen Tradition ist der Spätsommer unter anderem dem Erdzeichen Jungfrau zugeordnet, das seinerseits für Nahrungsaufnahme, Ernte und Verwertung steht.